Aufruf zum Leben

Jetzt werden wir wieder laut: Über 20 Klinikchefs und Universitätsprofessoren geben erneut einen Aufruf heraus, bei dem es um die seelische Gesundheit der Menschen in unserer Gesellschaft geht.
Ein Aufruf, mit dem wir unsere Erschütterung über den seelischen Notstand kund tun und gleichzeitig Impulse für ein besseres Miteinander verbreiten möchten.
Nirgendwo besser als in unseren Kliniken kann man das Ausmaß an seelischem Leid, die Welle der psychischen Erkrankungen und die innere Verzweiflung und Not von den vielen Menschen in unserem Lande erkennen, die eine Behandlung aufsuchen. Unsere tagtägliche Arbeit lässt unserer Ansicht nach gar keine andere plausible Reaktion zu, als sich mit Vehemenz zu Wort zu melden und auf ein Problem hinzuweisen, das in weiten Teilen der Gesellschaft immer noch tabuisiert wird: Das Problem psychischer Notlagen. Menschen schämen sich und haben Angst vor Ausgrenzung, wenn sie Ihre Not öffentlich machen. Viele verstecken das Leid und leiden im Inneren, solange bis sie nicht mehr können. Körpersymptome, Erkrankungen, Zynismus, Aggression, Teilnahmelosigkeit und Suizid sind die Folgen.
Wir rufen alle auf, sich für ein besseres Leben zu engagieren. Ein Anfang ist schon damit gemacht, die psychische Krisen aus ihrer Verbannung und Verdrängung herauszuhelfen und selbstbewusster damit umzugehen, dass kein Mensch davor gefeit ist, im Laufe seines Lebens Krisen zu erleben. Und das es ganz normal ist, wenn man zur Bewältigung Hilfe braucht. Genauso normal sollte es sein, sich auch Hilfe zu suchen und diese anzunehmen. Warum gehen wir nicht selbstbewusst mit einer psychischen Erkrankung um, so als hätten wir eine Grippe, für die man auch selbstverständlich Behandlung sucht?
Es liegt aber nicht nur am Einzelnen. Eine große Bedeutung haben sozialen, familiäre, beruflichen und gesellschaftliche Bezüge. Das Umfeld kann helfen, Menschen aufzufangen. Es kann aber auch dafür sorgen, dass Menschen robuster, resilienter, selbstbewusster und stärker werden, um mit Krisen umzugehen. Nicht nur um ein Kind groß zu ziehen braucht es ein ganzes Dorf – wie im Sprichwort, sondern auch um die Krisen, die Verluste, die Schicksalsschläge und Ängste zu bewältigen, die jeden von uns treffen können. Und für ein kreatives, lebendiges, solidarisches und fröhliches Miteinander.
Der Aufruf steht unter folgender Adresse. Bitte unterstützen Sie uns. http://www.aufruf-zum-leben.de
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